Häufige Fragen rund um die Logistikplanung

Ob Standortentscheidung, Lagerneubau, Transportkonzept oder Prämienlohnsystem: Viele Fragen begegnen uns in unseren Projekten für Handel, Industrie und Dienstleistung immer wieder. Die wichtigsten davon haben wir hier zusammengestellt – geordnet nach unseren Leistungsbereichen Strategie, Lagerplanung, Arbeitswirtschaft und Transportmanagement.

Die Antworten geben Ihnen einen ersten Überblick über unsere Vorgehensweise. Jede logistische Aufgabenstellung ist jedoch individuell. Wenn Ihre Frage hier offen bleibt oder Sie Ihre konkrete Situation besprechen möchten, sprechen Sie uns gerne direkt an.

Strategie

Immer dann, wenn grundlegende Weichen gestellt werden: Eigenlogistik oder Dienstleister, Direktbelieferung oder zentrale Lagerhaltung, Erhalt, Verlagerung oder Neubau eines Standorts. Auch wenn sich Sortiment, Kundengruppen oder Geschäftsmodell verändern oder Abläufe über Jahre gewachsen sind, lohnt sich ein strukturierter Blick darauf, ob Ihre Logistik noch zu Ihren Unternehmenszielen passt.

Am Anfang steht eine fundierte Analyse des Ist-Zustands: Wie ist Ihre Logistik heute aufgestellt, welche Kennzahlen liegen vor, wo gibt es Stärken und wo Handlungsbedarf? Danach richten wir den Blick auf Ihre Ziele für die nächsten 5, 10 oder 15 Jahre. Daraus entwickeln wir ein Konzept mit Standortstrategie, Kapazitätsplanung sowie Technik- und Automatisierungsgrad – und eine stufenweise Realisierungsplanung, die Investitionen, Zeitbedarf und Auswirkungen auf Ihre Kosten transparent macht.

Im Tagesgeschäft schleichen sich leicht ineffiziente Routinen ein, die intern kaum noch auffallen. Wir betrachten Ihre Abläufe unabhängig, kritisch und konstruktiv – durch Prozessbeobachtungen und Gespräche mit Ihren Mitarbeitenden. Das Ergebnis ist kein bloßer Mängelbericht, sondern ein priorisierter Maßnahmenplan, der organisatorische und technische Ansätze trennt und Investitionsbedarf sowie Wirtschaftlichkeit aufzeigt.

Wir analysieren die Transportbeziehungen zwischen Ihren Kunden, Lieferanten und Lagerstandorten – bei mehreren Lagern auch die Verkehre zwischen den Standorten. Bewertet wird je nach Logistikstruktur nach Transportmengen, Gewicht oder Volumen. Mit unserem eigenen Planungstool ermitteln wir objektive Vergleichswerte. Zusätzlich fließen Grundstücksverfügbarkeit und -kosten, der regionale Arbeitsmarkt, die Verkehrsanbindung und das Automatisierungspotenzial in die Bewertung ein.

Beim internen Benchmarking vergleichen wir Standorte, Bereiche oder Zeiträume innerhalb Ihres Unternehmens. Beim externen Benchmarking stellen wir Ihre Kennzahlen anonymisierten Werten aus ähnlichen Branchen oder Strukturen gegenüber. Entscheidend ist in beiden Fällen, dass die Daten aussagekräftig und vergleichbar sind – dabei unterstützen wir Sie von der Definition der Kennzahlen bis zur Auswertung.

Ja. Wir erstellen Lastenhefte und Ausschreibungsunterlagen, wählen geeignete Anbieter vor, betreuen die Kommunikation während der Angebotsphase und werten die Angebote nach qualitativen, technischen und wirtschaftlichen Kriterien aus. Auch bei Vertrags- und Preisverhandlungen sowie nach der Vergabe – bei Abnahmen, Tests und Inbetriebnahme – bleiben wir an Ihrer Seite.

Lagerplanung

Grundlage ist ein fundiertes Lagerkonzept, das zu Ihrer Logistikstrategie passt. Darauf aufbauend planen wir Prozesse, Technik, Flächen und Personalbedarf und vergleichen die Varianten in einer Wirtschaftlichkeitsanalyse mit Leistungskennzahlen. So sehen Sie transparent, ob ein Umbau im Bestand, eine Erweiterung oder ein kompletter Neubau die bessere Investition ist.

Das hängt vor allem von Ihrer Auftragsstruktur, der Auftragsgröße und Bestellhäufigkeit sowie von Ihrem Sortiment ab. Auf dieser Basis klären wir unter anderem, ob ein- oder mehrstufig kommissioniert werden sollte, ob Multi-Order-Kommissionierung sinnvoll ist und ob das Prinzip Person-zur-Ware oder Ware-zur-Person besser passt. Ziel ist die wirtschaftlichste Kombination aus Wegführung, Technik und manuellem Handling.

Automatisierung kann eine starke Antwort auf Kostendruck und Fachkräftemangel sein – sie schränkt aber auch Flexibilität und Skalierbarkeit ein. Deshalb prüfen wir vorab, wie verlässlich Ihre Auftragsmengen sind und wie stark saisonale Schwankungen ausfallen. Mit Sensitivitätsanalysen zeigen wir, wie robust eine automatisierte Lösung gegenüber Veränderungen in Ihrem Geschäft ist. So investieren Sie nur dort, wo sich Technik tatsächlich rechnet.

Zentrale Grundlage sind Ihre Auftrags- und Bestandsdaten sowie Artikelstammdaten. Wir werten sie je nach Verfügbarkeit und Zielsetzung nach Menge, Volumen oder Gewicht aus. Ergänzend nehmen wir vor Ort Prozesse, Flächennutzung und technische Gegebenheiten auf. Besonders aussagekräftig wird das Bild, wenn Daten über mehrere Zeiträume vorliegen, weil sich dann Trends und saisonale Schwankungen erkennen lassen.

Die ABC-Analyse teilt Artikel nach Wert oder Menge in Klassen ein und zeigt, welcher kleine Teil des Sortiments den Großteil der Bewegungen verursacht. Die XYZ-Analyse bewertet, wie gleichmäßig und vorhersagbar der Verbrauch eines Artikels ist. Zusammen mit der Auswertung von Auftragsstruktur und Bestellhäufigkeiten liefern sie die Basis für Lagerkonzept, Kommissionierstrategie und Technikauswahl.

Wir beziehen die Menschen ein, die täglich in den Prozessen arbeiten – vom Lagerleiter über die Kommissionierer bis zu den Fahrern. Ihre Erfahrung fließt in die Planung ein. So entstehen Lösungen, die nicht nur auf dem Papier überzeugen, sondern im Betrieb wirtschaftlich, flexibel und leistungsfähig bleiben.

Sie macht sichtbar, was einzelne Logistikleistungen tatsächlich kosten – aufgeschlüsselt nach Funktionsbereichen, Lieferanten, Warengruppen und Kunden. Damit erkennen Sie Kostentreiber entlang der Supply Chain, erhalten belastbare Argumente für Verhandlungen mit Lieferanten und Kunden und eine solide Grundlage für die Kalkulation von Logistikdienstleistungen.

Arbeitswirtschaft

Arbeitswirtschaft schafft Transparenz über Arbeitsinhalte, Prozessstrukturen und Zeitbedarfe. Mit Methoden wie Zeitstudien, Multimomentaufnahmen und Ablaufbeobachtungen entsteht eine verlässliche Datenbasis – etwa für Personalbedarfsplanung, Entlohnung, Softwareeinsatz und Technikunterstützung. Wir begleiten dabei nicht nur die Analyse, sondern auch Umsetzung und Erfolgskontrolle.

Jeder Prozess wird systematisch in Ablaufabschnitte gegliedert und mehrfach bei verschiedenen Mitarbeitenden gemessen. Dabei beurteilen wir auch den Leistungsgrad nach Intensität und Wirksamkeit. So lassen sich die gemessenen Zeiten auf eine realistische Dauerleistung normieren. Die Ergebnisse sind Grundlage für Normzeiten, Personalplanung und Prämienlohnmodelle.

Die Zeitstudie misst einzelne Prozesse sehr genau und liefert präzise Normzeiten. Die Multimomentaufnahme erfasst dagegen über zufällige Momentaufnahmen, womit viele Mitarbeitende über längere Zeit beschäftigt sind. Sie zeigt die Verteilung von wertschöpfenden Tätigkeiten, Rüst- und Leerzeiten und eignet sich besonders für Einsatz- und Schichtplanung sowie zur Kapazitätsverteilung.

Nein. Multimomentaufnahmen erfassen Tätigkeitsarten und Häufigkeiten – aufgeschlüsselt nach Zeitfenstern, Bereichen oder Mitarbeitendengruppen, aber ohne Bezug auf einzelne Personen. Die Analyse ist damit datenschutzkonform und liefert trotzdem ein valides Bild der tatsächlichen Auslastung.

Zuerst ist zu klären, was prämiert werden soll – Menge, Qualität oder Schnelligkeit – und welche Bereiche und Mitarbeitenden einbezogen werden. Außerdem müssen die benötigten Daten verfügbar und valide sein. Der Betriebsrat sollte frühzeitig eingebunden werden, spätestens wenn nach der Konzeptphase die Grundzüge des Systems feststehen. Für diese Abstimmung stellen wir ein Dokumentationspaket bereit.

Ja. Unsere Prämienlohnsoftware ist modular aufgebaut, mandantenfähig und lässt sich an unterschiedliche Lagerverwaltungs- und Zeiterfassungssysteme anschließen. Sie berechnet Soll- und Ist-Werte, verwaltet Prämientabellen und übergibt die Ergebnisse an die Entgeltabrechnung, zum Beispiel SAP HR. Eine rollenbasierte Nutzerverwaltung sorgt für Datenschutz und Nachvollziehbarkeit.

Am Ende steht eine priorisierte Maßnahmenliste mit konkreten Empfehlungen, Aufwandsabschätzung, erwarteter Wirkung und Zeitplan. Grundlage sind Ablaufbeobachtungen, Zeitstudien und Gespräche mit Mitarbeitenden. Dabei geht es nicht nur um Kosten, sondern auch um bessere Ergonomie, Motivation und stabilere Prozesse.

Transportmanagement

Der erste Schritt ist eine strukturierte Ist-Analyse: Welche Mengen werden wann, wohin und mit welchem Fahrzeug transportiert, wie hoch sind die Auslastungen und wo entstehen Leerkilometer? Darauf aufbauend bewerten wir Hebel wie Tourenoptimierung, Pooling-Modelle, einen anderen Verkehrsträgermix, Outsourcing oder einheitliche Ladeeinheiten – und entwickeln daraus ein wirtschaftliches Transportkonzept.

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Es hängt von Ihren Mengen, Frequenzen, Touren und Serviceanforderungen ab. Wir vergleichen beide Varianten auf Basis Ihrer realen Bewegungsdaten und zeigen auf, welche Lösung für welche Verkehre sinnvoll ist – auch Mischformen gehören dazu.

Nein. Je nach Warengruppe und Kunde können Direktbelieferung, Crossdocking, Konsignationsmodelle oder Streckengeschäfte günstiger sein. Wir analysieren Sortiment, Auftragsmuster und Lieferantenstruktur und legen fest, welche Artikel über das Lager laufen und welche den Kunden direkt erreichen. Das reduziert Umlagerungen, Bestände und Transportkosten bei hoher Verfügbarkeit.

Wir entwickeln anhand von Artikelstammdaten, Absatzmustern und Lieferwegen ein Konzept, welcher Artikel an welchem Standort gelagert wird. Dabei berücksichtigen wir Lieferantenstandorte, Absatzregionen und saisonale Schwankungen. Ziel sind möglichst wenige Shuttle-Verkehre zwischen den Lagern, geringere Anlieferkosten und ein hoher Servicelevel.

Sie betrachtet Ihr gesamtes Lager- und Transportnetz im Zusammenhang und ergänzt es um strategische Fragen: Wie entwickeln sich Absatzregionen und Kundenstruktur, wächst das Sortiment, welche Leistungen sollen intern bleiben und welche ausgelagert werden? Mit Szenariomodellen erhalten Sie Entscheidungsvorlagen für Investitionen, Personal, Immobilien und IT-Anbindung.

Unsere Analysen stützen sich auf Ihre realen Bewegungsdaten, auf Geodaten und Transportkostenmodelle sowie auf Erfahrungswerte aus zahlreichen Projekten. Mit eigenen Planungstools modellieren wir Alternativen und machen sie vergleichbar. So entstehen Konzepte, die wirtschaftlich, ökologisch und organisatorisch tragfähig sind.